Gulli News: Einwohnermeldeämter Sämtliche Daten über Monate frei verfügbar

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    Eine gigantische Datenpanne wurde durch das ARD-Fernsehmagazin "Report München" aufgedeckt. Datensätze von Bürgerinnen und Bürger aus rund 425 Städten und Gemeinden waren über Monate hinweg, frei im Internet verfügbar. Geschehen konnte dies durch die Unachtsamkeit der Behörden sowie des Softwareanbieters. Beide hatten es nicht geschafft, das Default Passwort zu ändern.
    Die Rede ist gegenwärtig von mehr als 500.000 Personen, deren Daten für alle frei verfügbar im Netz waren. Dazu gehörten unter anderem Name, Wohnort, Religionszugehörigkeit sowie Passbilder. Eine folgenschwere Panne, die vermeintlich niemand bemerkte, bis das ARD-Magazin das Leck aufdeckte.



    Das Unternehmen HSH aus Ahrensfeld zeichnete sich verantwortlich für die Entwicklung und Programmierung des Informationsregisters. Dabei verwendete man stets eine Standard Benutzerkennung sowie ein Standard Passwort. Diese waren auf der Homepage des Unternehmens für alle einsehbar, die sich über eine Demoversion der Software informieren wollten. Mit den Standardzugängen waren jedoch auch die ausgelieferten Versionen an die Kommunen versehen, wenngleich mit der wichtigen Notiz, diese umgehend zu ändern. Zahlreiche Gemeinden leisteten dieser Aufforderung nicht folge. Die Bequemlichkeit dieser Beamten hat nun dazu beigetragen, dass sich hunderttausende Meldedaten frei im Netz befanden. Der Kommentar des Firmensprechers, Sven Kollmorgen, möchte einen dabei in Raserei versetzen. "Da ist uns ein Lapsus passiert", waren die kühlen Worte. Scheinbar interessiert man sich nicht sonderlich für die Problematik, obwohl sie doch seit Monaten ausgenutzt werden konnte. Laut Kollmorgen waren die Standardkennungen von März bis Juni auf der Homepage zugänglich.
    In diesem Zeitraum zeichnete die Firma drei externe Zugriffe mit der Standardkennung auf. Laut deren Angaben sind lediglich 15 Kommunen von der Passwortpanne betroffen. Report München indes berichtet, das bei einer Stichprobe auf 5 Kommunen Zugriff genommen werden konnte. Die Wahrscheinlichkeit, bei 5 aufeinanderfolgenden Versuchen einen Treffer zu landen, wenn angeblich "nur 15" von 425 betroffen sind, kann sich jeder selbst ausrechnen.

    Quelle: Link

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